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Was treibt die Datennutzung an?

4 Minuten gelesen | November 2016

Manche sagen, Reden ist billig, aber Datenüberschreitung ist es sicher nicht. Die Überschreitung des Datenvolumens eines Smartphones bereitet vielen Amerikanern monatliche Kopfschmerzen. Das hält die Verbraucher jedoch nicht davon ab, ihre Telefone rund um die Uhr zu benutzen, um ihre Lieblingssendungen zu streamen, Musik herunterzuladen und Autos zu rufen. Daten sind zu einem großen, oft kostspieligen Hindernis geworden, das die Verbraucher überwinden müssen.

Aber die Datennutzung ist nicht bei allen gleich. Heutzutage gibt es keine Einheitsgröße mehr für die mobile Welt. Die Erkenntnisse, die das Mobile Performance Panel von Nielsen im August 2016 aufgedeckt hat, zeigen Nuancen in der demografischen und geografischen Datennutzung. Diese Erkenntnisse bieten den Netzbetreibern die Möglichkeit, die Kundenzufriedenheit zu verbessern, indem sie ihre Tarife an die spezifischen Nutzungsbedürfnisse und Anforderungen anpassen.

Im zweiten Quartal 2016 zeigten die Nielsen Billing Snapshots, dass 6,6 % der mobilen Android-Nutzer mit überhöhten Gebühren konfrontiert waren. Um diese zusätzlichen Kosten zu vermeiden, nutzen viele von ihnen Wi-Fi. Tatsächlich nutzen sie mehr als dreimal so viele Wi-Fi-Daten wie Mobilfunkdaten. Laut Nielsen Mobile Insights, drittes Quartal 2016, erwägen 10 % derjenigen, die ihr monatliches Datenlimit überschritten haben, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, um ein besseres Angebot für Daten zu erhalten.

DATEN ÜBER DAS ALTER DER NUTZUNG VARIIEREN ZWISCHEN W-LAN- UND MOBILFUNKNETZEN

Millennials sind die treibende Kraft hinter dieser hohen Datennutzung. Vor allem die 18- bis 24-Jährigen sind dafür verantwortlich. Wenn Millennials ins Berufsleben eintreten und Datentarife erwerben, nutzen sie mehr Mobilfunkdaten als ihre jüngeren Altersgenossen.

HISPANISCHE VERBRAUCHER SIND DIE STÄRKSTEN DATENNUTZER

Unter den multikulturellen Gruppen sind die Hispanics zweifellos die stärksten Datennutzer. Mehr als ein Drittel ihrer Datennutzung entfällt auf Mobilfunkdaten. Nielsen fand auch heraus, dass Hispanics die höchste Zufriedenheit mit ihren Mobilfunkanbietern haben. Da sie die eifrigsten Datennutzer und eine schnell wachsende Bevölkerungsgruppe in den USA sind, müssen die Netzbetreiber die hispanischen Verbraucher im Auge behalten.

Auch bei anderen multikulturellen Gruppen gibt es deutliche Unterschiede in der Nutzung. Asiatische Amerikaner stehen bei der Wi-Fi-Nutzung an zweiter Stelle, während schwarze Amerikaner mehr Mobilfunkdaten pro Monat nutzen als asiatische Amerikaner. Obwohl die Amerikaner aus Alaska und die Ureinwohner Amerikas am wenigsten Wi-Fi nutzen, sind sie starke Nutzer von Mobilfunkdaten, da ein Drittel ihrer Nutzung aus Mobilfunkdaten besteht. Unter Berücksichtigung dieser einzigartigen Merkmale sollten die Netze Datentarife entwickeln und vermarkten, die für multikulturelle Bevölkerungsgruppen attraktiv sind.

STADT FÜR STADT, EIN BLICK AUF DIE DATENNUTZUNG IN DEN WICHTIGSTEN MÄRKTEN DER USA

Was haben öffentliche Verkehrsmittel, Verkehr, Wi-Fi-Zugang und Wetter gemeinsam? Sie alle beeinflussen die Datennutzung in den USA.

Öffentliches Wi-Fi ist großartig - wenn es denn existiert. Die Verbraucher in New York, Boston und Washington, D.C., nutzen mehr Wi-Fi als der Landesdurchschnitt. Infolgedessen verbrauchen sie weniger Daten im Mobilfunknetz. Wenn die New Yorker abends in die U-Bahn einsteigen, verlieren sie fast die gesamte Mobilfunkverbindung. New York, Boston und D.C. haben jedoch alle mit der Einführung von Wi-Fi in ihren U-Bahnen begonnen, um das Pendeln etwas internetfreundlicher zu gestalten.

Wie sieht es mit dem Verkehr aus? Verbraucher in Pendlerstädten wie Dallas, Houston und Los Angeles nutzen mehr Mobilfunkdaten als der Durchschnitt. Und Langstreckenpendler fahren nicht nur mit dem Auto. Sie sorgen auch für eine hohe Datennutzung im Mobilfunknetz.

Das Wetter kann sich auch auf die Tarife auswirken - und zwar auf die Tarife der Netzbetreiber. Generell gilt, dass Verbraucher in wärmeren Klimazonen mehr Mobilfunkdaten und weniger Wi-Fi nutzen, da sie wahrscheinlich unterwegs und weit weg von ihren heimischen Wi-Fi-Routern sind.

Da Daten heutzutage sehr teuer sind, finden die Verbraucher immer mehr Möglichkeiten, ihr Mobiltelefon für sich arbeiten zu lassen. Die Zunahme öffentlicher Wi-Fi-Hotspots und veränderte Datentarife werden den Mobilfunkmarkt weiter diversifizieren. Auch wenn das Nutzungsverhalten der Verbraucher je nach Bevölkerungsgruppe und Markt unterschiedlich ist, eines ist sicher: Die Amerikaner sind besessen von ihren Daten.

Methodik

Nielsen Mobile Performance (NMP): Datennutzung auf der Grundlage von 45.000 US-amerikanischen Android-Nutzern (ab 18 Jahren), die im Panel für den Monat August 2016 gemessen wurden. "Nutzung" ist definiert als eine Datenübertragung: ein Download (von mindestens 150 KB) oder Upload (von mindestens 100 KB) über ein Datennetzwerk, entweder Wi-Fi oder Mobilfunk.

Mobilfunknetz: Daten, die verwendet werden, während eine Verbindung mit dem drahtlosen Datennetz Ihres Anbieters besteht. Diese Daten werden auf den mobilen Datentarif des Verbrauchers angerechnet.

Wi-Fi: Daten, die während der Verbindung mit einem öffentlichen oder privaten drahtlosen Hotspot/Netzwerk genutzt werden. Diese Daten werden nicht auf den mobilen Datentarif des Verbrauchers angerechnet.

Nielsen Billing Snapshots: Billing Snapshots misst die abgerechnete Nutzung und die Ausgaben von Postpaid-Telekom-Kunden, indem Daten über die tatsächlichen Rechnungen von 3000 Befragten pro Monat gesammelt werden.

Nielsen Mobile Insights: Mobile Insights von Nielsen ist eine monatliche Umfrage unter mehr als 30.000 US-amerikanischen Mobilfunkteilnehmern ab 13 Jahren. Die Daten werden in erster Linie online und über mobile In-App-Käufe erhoben. Darüber hinaus wird eine zusätzliche spanischsprachige Telefonversion unter Hispanics ab 18 Jahren durchgeführt.